Arthrose

Begriffserklärung

Nach einer nicht-amtlichen Definition bezeichnet der Begriff Arthrose (Syn. Arthrosis deformans – altgriech. ἄρθρον, „Gelenk“ und lat. deformare „verstümmeln“) in Deutschland einen „Gelenkverschleiß“, der das altersübliche Maß übersteigt. Ursächlich werden ein Übermaß an Belastung (etwa erhöhtes Körpergewicht), angeborene oder traumatisch bedingte Ursachen, wie Fehlstellungen der Gelenke, oder auch knöcherner Deformierung durch Knochenerkrankungen wie Osteoporose gesehen. Sie kann ebenfalls als Folge einer anderen Erkrankung (etwa Gelenkentzündung) entstehen.
Grundsätzlich können alle Gelenke von arthrotischen Veränderungen betroffen werden. In Deutschland kann die Erkrankung am häufigsten im Kniegelenk lokalisiert werden.

Man unterscheidet zwischen primärer und die sekundärer Arthrose

  1. Bei der primären Arthrose wird eine biologische Minderwertigkeit des Knorpelgewebes unklarer Ursache angenommen.
  2. Sekundäre Arthrosen entstehen durch mechanische Überlastung. Bei der Arthrose führt eine anfängliche Knorpelschädigung im weiteren Verlauf zu Veränderungen am Knochen:
    Stadium 1: Rauhigkeiten und Ausdünnung der Knorpelschicht, Auftreten von tangentialen Fissuren
    Stadium 2: Auftreten von Ulcerationen, Bindegewebe und Chondrozyten proliferieren
    Stadium 3: Ersetzung von hyaliner Knorpel durch Granulationsgewebe und minderwertigeren Faserknorpel, Bildung von Pseudozysten aus nekrotischem Knorpel- und Knochengewebe (Geröllzyste)
    Stadium 4: Abflachung der Knochenplatte eines Gelenkes; Bildung von Randwülste am Knochen (Osteophyten), um Druck auf dem Gelenk abzufangen

Ursachen

Dysplasie von Gelenken (klassisch)

Am Beispiel der Hüfte wird deutlich, dass die mechanisch am meisten belastete Zone bei einer physiologischen Hüftstellung eine deutlich größere Fläche darstellt, als bei einer dysplastischen Hüfte. Die Belastungen durch die auf das Gelenk einwirkenden Kräfte sind von der Gelenkform jedoch weitgehend unabhängig. Sie verteilen sich im Wesentlichen auf die Hauptbelastungszone(n). Dadurch wird bei einer kleineren Zone eine höhere Druckbelastung als bei einer größeren auftreten. Die biomechanische Druckbelastung des Gelenkknorpels ist somit bei einer dysplastischen Hüfte größer als bei physiologischer Hüftstellung. Diese Gesetzmäßigkeit wird allgemein ursächlich für das gehäufte Auftreten arthrotischer Veränderungen an von der anatomischen Idealform abweichenden, tragenden Gelenken gesehen.

Posttraumatische Arthrose

Sind die Folgen einer Verletzung für einen vorzeitigen Verschleiß verantwortlich, so spricht man von einer posttraumatischen Arthrose. Medikamentöse Ursachen
Z.B. Antibiotika von Typ Gyrasehemmer, was zur Folge hat, dass irreversible Schäden am Bindegewebe entstehen. Diese Schäden sind bei Kindern und Jugendlichen in der Wachstumsphase in der Regel ausgeprägter. Beim Erwachsenen führen diese Antibiotika nach Informationen von unabhängigen Pharmakologen und Rheumatologen zu einem beschleunigten physiologischen Abbau des hyalinen Gelenkknorpels. Auch eine langjährige Behandlung mit Marcumar kann durch Abnahme der Knochendichte bei Belastungen der Gelenkbinnenstruktur eine Arthrose begünstigen.

Als weitere Ursachen einer sekundären Arthrose werden mechanische, entzündliche, metabolische, chemische (Chinolone), trophische, hormonelle, neurologische und genetische Gründe diskutiert. In den meisten Fällen wird die Entstehung der Arthrose als idiopathisch angesehen.



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