Computer Druckmessung 3D Scan

Was ist das?

Die Pedographie als Hilfsmittel zur Früherkennung von veränderten Druckmustern am Diabetischen Fuß.

Die Pedographie-Plattformen sind elektronische Systeme zur genauen Erfassung und Darstellung von statischen und dynamischen Druckverteilungen unter dem Fuß. Das System kann aufgrund seiner Kalibration das Körpergewicht und vor allem den lokalen Spitzendruck genau und reproduzierbar bestimmen.
Damit ist es für den Langzeiteinsatz in der Diagnostik und Therapieüberwachung und die Kontrolle der orthopädischen Versorgung hervorragend geeignet.
Die Pedographie als Hilfsmittel zur Früherkennung von veränderten Druckmustern am Diabetischen Fuß.

Geschichtliches

Bereits in den frühen achtziger Jahren wurden die ersten Studien über die Veränderung der Druckverteilungsmuster am dynamisch belasteten Fuß von Diabetikern veröffentlicht. Angeregt durch Arbeiten aus England, bei denen der sogenannte Pedobarograph als erstes elektronisches Druckverteilungsmesssystem eingesetzt wurde, unternahmen Kirsch, Schaff und Seitz 1983 erste Versuche in Deutschland, Druckveränderungen an neuropathischen Füßen zu untersuchen. Dabei kam ein von der Firma novel in München ursprünglich für die Automobiltechnik entwickeltes neues Messverfahren zum Einsatz. Mit der kapazitiven emed® Sensortechnik konnten erstmals wesentlich genauere Messungen durchgeführt werden.

Gesunde oder neuropathische Füße

Schon bei den ersten Tests an neuropathischen Füßen zeigten sich deutliche Unterschiede zu gesunden Füßen. Bei den Diabetes Patienten mit Neuropathie zeigten sich besonders bei der dynamischen Belastung im Gehen spezifische Fußdruckmuster. Der Vorfuß war während des gesamten Abrollvorgangs höher und länger belastet als bei gesunden Füßen; die Patienten hatten einen „patschenden“ Gang. Darüber hinaus war die Belastung der Fersen und der Zehen geringer als bei unauffälligen Füßen. Andere Tests zur Neuropathiekontrolle, wie Temperaturempfinden, Vibrationsempfinden oder der Monofilamentetest wurden zum Vergleich herangezogen.

Ergebnis

Wenn die Druckverteilung typische Veränderungen zeigte, waren meist auch die anderen Tests wie Temperatur- oder Vibrationsempfinden auffällig. Die Messverfahren ergänzten sich zu einem sicheren Befund. Man wusste schon seit langem, dass die Stellen erhöhten Drucks bei Diabetischen Füßen die Hauptrisikofaktoren für die Bildung von Ulcera sind. Folgerichtig suchte man nach einem Zusammenhang zwischen der absoluten Druckhöhe und einem Grad Druckbelastungen, besonders unter den Metatarsalen, erheblich höher als bei nicht neuropathischen. Bei genauerer Analyse der gesunden Vergleichskollektive stellte sich aber bald heraus, dass Nichtdiabetiker aufgrund von bestimmten Fußdeformitäten ähnliche Druckmuster haben konnten wie Diabetiker mit manifester Neuropathie. Allerdings war die Häufigkeit dieser Druckmuster bei Diabetikern wesentlich erhöht für das Risiko einer Geschwürbildung. Da der gemessene lokale Maximaldruck aber auch von der Messtechnik, nämlich der Sensorauflösung und der genauen Eichung der Sensoren abhing, waren die Ergebnisse im Vergleich zu anderen Forschungsstätten, die mit anderen Systemen wie z.B. dem Pedobarographen aus England arbeiteten, inhomogen. Es gibt bis heute keinen verbindlichen Schwellwert für den lokalen Druck, der Ulcerationen mit Sicherheit auslöst. In neuesten amerikanischen Studien spricht man von etwa 50 bis 60 Newton pro Quadratzentimeter als Risikoschwelle, gemessen auf einer geeichten emed Messplattform mit 2 Sensoren pro cm². Bei der Beurteilung der Fußdruckbilder gilt der wichtige Grundsatz: Das Gesamtbild der dynamischen Druckverteilung muss als Verhältnis der einzelnen Fußregionen untereinander betrachtet werden. Dabei spielt nicht nur die absolute Druckhöhe sondern auch der zeitliche Verlauf der Fußbelastung eine wesentliche Rolle. Eine besonders schwerwiegende Sonderform des Diabetischen Fußes stellt die diabetisch-neuropathische Osko-Arthropatie dar.

Versorgung

Neben der üblichen Therapie beim Diabetiker ist im Falle einer veränderten Druckbelastung der Füße mit lokalen hohen Druckspitzen eine sofortige Versorgung der Füße mit angepasstem Schuhwerk bzw. speziellen, druckmindernden Einlagen indiziert. Keinesfalls sollten diese Patienten barfuß gehen, da die plantaren Drücke dabei sehr hoch werden und die Füße ungeschützt sind. Die Schuhe und Einlagen müssen von gut ausgebildeten Orthopädieschuhtechnikern oder Orthopädiemechanikern angefertigt werden. Dabei dienen die 1:1 Ausdrucke der pedographischen Messung auf der Plattform als wesentliche Grundlage für den Aufbau der Schuhversorgung, deren Druckverteilung anschließend am Fuß des Patienten nachgemessen werden muss. Dafür wurden in den letzten Jahren die pedar Druckverteilungsmesssysteme zur Messung in Schuhen entwickelt.

Die Forderung an die Schuhversorgung beim Diabetiker ist es, den Druck so gleichmäßig wie möglich zu verteilen, um Druckspitzen zu vermeiden. Der Patient muss lernen, auf seine Füße zu achten. Bei der Beratung durch den Arzt sind die farbigen Ausdrucke der Pedographie dabei eine wirksame Hilfe, da sie dem Patienten eindringlich demonstrieren, wo seine Füße besonders gefährdet sind.



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