Diabetische Wundversorgung

Die Versorgung von chronischen Wunden stellt nach wie vor eine große Herausforderung dar. Sie ist zeit-, arbeits- und kostenintensiv und fordert von allen Beteiligten viel Sorgfalt und Kompetenz.


Diabetisches Ulcus

Definition

Ein diabetisches Fußulcus ist auf zwei Folgen der Diabeteserkrankung zurückzuführen: Die diabetische Nervenerkrankung (Polyneuropathie) und die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK).

55% der Patienten mit diabetischem Fußsyndrom (DFS) haben eine reine Polyneuropathie. Hierbei handelt es sich um eine Schädigung der autonomen, sensorischen und motorischen Nervenfasern. Bei 10% der Patienten mit DFS liegt ausschließlich eine pAVK vor. Durch Verengungen und Verschlüsse der Arterien (Mikro- und Makroangiopathie) kommt es zur Verminderung oder Unterbrechung des Blutkreislaufs. Typische Symptome sind Schmerz und Wadenkrämpfe bei Bewegung. Weitere 35% der Patienten mit DFS haben eine Mischform aus Neuro- und Angiopathie.

15% aller an Diabetes Erkrankten entwickeln im Laufe ihres Lebens eine Fußläsion. Die Rezidivquote in den ersten 5 Jahren liegt immer noch bei 70%.

Therapie

Eine erfolgreiche Therapie setzt einen interdisziplinären Ansatz voraus. Zunächst müssen die Ursachen behandelt werden. Hierzu sind häufig operative Eingriffe notwendig, z.B. eine Revaskularisation durch Bypass, evtl. Amputationen oder ein chirurgisches Débridement. Die Hautsituation beim DFS erfordert eine besondere Pflege. Hierfür eignen sich insbesondere spezielle feuchtigkeitsspendende Cremes mit hohem Urea- und Laktatanteil, z.B. AtracTain. Sehr wichtig ist, dass die Entlastung des betroffenen Fußes gewährleistet wird. Erst dann können therapeutische Maßnahmen, wie die phasengerechte Wundversorgung, orthopädisches Schuhwerk, die Einstellung des Blutzuckerspiegels, die Patientenschulung und die weiterführende Versorgung ansetzen.

Viele Diabetiker reagieren überrascht, wenn man sie auf ihre Füße anspricht. Was hat Diabetes mit den Füßen zu tun?

Diabetes ist eine Stoffwechselstörung, die im Laufe der Zeit andere Erkrankungen nach sich ziehen kann. Dazu gehören auch die Beeinträchtigung der Durchblutung sowie die Störung der Nervenbahnen. Die schleichende Zerstörung vieler Nerven sowie die Veränderung der Blutgefäße wird meist zu spät entdeckt. Das Leiden betrifft besonders häufig auch die Füße. Sind die Nervenleitungen zum Fuß gestört, dann werden Empfindungen wie Hitze, Kälte, Druck und Schmerz nicht mehr vollständig wahrgenommen. Verletzungen am Fuß erscheinen oft „weniger schlimm“, da sie ja nicht wehtun. Auch ohne äußere Verletzungen kann sich das Fußskelett aufgrund der schlechteren Versorgung im Laufe der Zeit verändern. Dann kommt es vermehrt zu Beschwerden beim Gehen.

Vorsorge

Speziell für Diabetiker bieten wir im Rahmen einer Vorsorgeaktion die Möglichkeit einer Fußuntersuchung an.
Diabetiker haben die Gelegenheit, ihre Füße durch eine Druckmessung überprüfen zu lassen. Mit moderner Technik wird der Druck, der unter den Füßen während des Gehens auftritt, gemessen. Dabei können Druckspitzen ermittelt werden, die durch Fehlstellung der Füße oder unzureichendes Schuhwerk unbemerkt entstehen können. Wir beraten Sie anschließend über geeignete Schuhe, die richtige Fußpflege und gegebenenfalls orthopädische Hilfsmittel.



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